Vortragsabend in Bremen zum Burnoutsyndrom

Am Dienstag, den 23. Juni 2015, findet im Bremer Kukoon um 19.30 Uhr ein Vortragsabend zur neuen Ausgabe statt. Es wird gelesen, musiziert und diskutiert. Hier der Ankündiger:

Vortrag und Diskussion mit Autorinnen und Autoren der Zeitschrift Maug.

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und einem Burn-Out? Depressionen kann jeder bekommen: dicke Teenager, Frauen im Wochenbett und andere Schwächlinge. Ein Burn-Out ist dagegen etwas für echte Macher und Leistungsträger, man erarbeitet es sich regelrecht.“ (23.09.2011 veröffentlicht im Newsticker der Homepage des Satiremagazins Titanic.)

Burnout ist seit einigen Jahren ein Begriff, der jedem von uns begegnet und der uns nicht fremd erscheint, ein intuitives Verständnis ist gegeben: jemand mit Burnout ist eben ausgebrannt von zu viel Arbeit, darauf können sich wahrscheinlich alle einigen. Jedoch wird es ab diesem Punkt schwieriger. Schon bei einem kurzen Streifzug durch die zahlreichen Veröffentlichungen zu dem Thema wird klar, dass überhaupt nichts klar ist.Allein schon die hohe Anzahl der Experten zeigt ein heterogenes Bild, von Allgemeinmedizinern, über diverse Coaches (z.T. auf Burnout spezialisiert), bis zu verschiedensten Psychiatern und Psychologen ist alles vertreten. „30 Minuten gegen Burnout“, „Top im Job – ohne Burnout durchs Arbeitsleben, „Burnout. Wenn Arbeit, Alltag & Familie erschöpfen“ oder „Das Burnout-Syndrom“ lauten einige der Titel. Von Ratgeberliteratur bis hin zur wissenschaftlichen Beschäftigung ist alles zu haben.

Tatsächlich ist Burnout von offizieller Seite keine Krankheit, keine Krankenkasse in Deutschland wird eine Burnoutbehandlung bezahlen. Es handelt sich vielmehr um eine spezifische, meist berufsbezogene Form der Depression. Der einzige Unterschied den es zwischen Burnout und Depression gibt ist also, dass letzterer durch Arbeit (oder mindesten durch Anstrengung/Leistung) erworben ist. Was aber heißt das, kritisch betrachtet, wenn die einen als depressiv und die anderen als ‚ausgebrannt‘ gelabelt werden? Welche impliziten und expliziten Wertvorstellungen stecken da drin? Und was hat das ganze mit den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen wir leben zu tun?

Der Vortrag Ausgebrannt – Warum Manager ausbrennen und Arbeitslose depressiv sind versucht, mit Hilfe einer medizinischen und historische Einordnung von Burnout und Depression diese Fragen zu beantworten.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit Redaktion Maug – Magenkrämpfe auf unwegsamen Gelände.

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